Norma Group

corporate responsibility

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Recycelter und regranulierter Kunststoff zur Herstellung von Produkten für das Wassermanagement


Nachhaltigkeit im Einkauf

Die NORMA Group hat im Jahr 2018 Waren und Dienstleistungen im Wert von EUR 497,5 Mio. eingekauft. Auch dabei stellen wir sicher, dass die Aspekte der unternehmerischen Verantwortung einbezogen werden: Wir arbeiten intensiv daran, vertragliche Beziehungen mit unseren Lieferanten sozial- und umweltverträglich auszugestalten und sicherzustellen, dass etwa Menschenrechte, Arbeits- und Umweltstandards eingehalten werden.
Der Einkaufsprozess zielt in erster Linie darauf ab, direkte Kosten der NORMA Group zu senken und den maximalen Wert für das Unternehmen zu erreichen. Er birgt jedoch auch Risiken hinsichtlich der Qualität der Lieferungen und Leistungen ebenso wie für die Vernachlässigung von Umwelt- und Sozialstandards in der Lieferkette. Aus diesem Grund berücksichtigen wir in unseren Einkaufsprozessen nicht nur reine Preisfaktoren, sondern bewerten auch Qualität, Logistik und Nachhaltigkeit der Lieferanten als Teil des Einkaufsprozesses. (Geschäftsbericht)

Die Steuerung von Nachhaltigkeitsaspekten im Einkauf wird von unserer globalen Einkaufsabteilung verantwortet. Alle Mitarbeiter der Einkaufsorganisation tragen dabei zur Umsetzung bei, indem sie Entscheidungen über Beschaffung und die Auswahl der Lieferanten treffen.

Ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung unseres Nachhaltigkeitskonzepts im Einkauf war der Stakeholder Roundtable zum Thema „Nachhaltigkeit in der ­Lieferkette“ im Jahr 2016. Dabei hat die NORMA Group ihren Ansatz externen ­Stakeholdern vorgestellt und ihr Konzept entsprechend dem erhaltenen Feedback angepasst. 2018 nahm die Einkaufsabteilung am Stakeholder Roundtable zur Weiterentwicklung der Umweltstrategie teil. (Stakeholder und Wesentlichkeit)

Supplier Code of Conduct bildet den Rahmen

Alle unsere Lieferanten sollen ihr Unternehmen unter Einhaltung der Gesetze und ethischer Grundsätze sowie gemäß dem Respekt der Menschenrechte und den Standards der Arbeitssicherheit sowie des Umweltschutzes führen.

Wir haben deshalb Nachhaltigkeitsaspekte strukturell in unsere Einkaufsprozesse sowie in unsere Organisation integriert, etwa in unser Einkaufshandbuch, das alle wesentlichen Prozesse und Verfahren beschreibt, die als Rahmenwerk für die globale Organisation verwendet werden. Grundlage für unser Selbstverständnis ist unser Supplier Code of Coduct. Dieser weltweit gültige Verhaltenskodex formuliert unsere Erwartungen an das nachhaltige Wirtschaften unserer Lieferanten. Er verpflichtet die Lieferanten unter anderem zur Einhaltung folgender Grundsätze::
In Bezug auf Menschenrechte orientiert sich der Supplier Code of Conduct an den Regelwerken ILO, UDHR, UN Global Compact und SA8000.

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Nachhaltigkeit im Supplier-Scoring und Warengruppen-Management

Das Bekenntnis zu unserem Supplier Code of Conduct spielt in unseren regulären Einkaufsprozessen eine wichtige Rolle. Nur wenn ein Lieferant den Code of Conduct unterschreibt, wird er in unserem Warengruppen-Management als „bevorzugt“ klassifiziert. 100 % der Lieferanten, die hier den Status „bevorzugt“ bekommen, haben daher den Code of Conduct unterschrieben oder können ein darüber hinausgehendes Commitment nachweisen. Dies sind 24 Zulieferer, die rund 27,0 % unseres Produktionsmaterialumsatzes ausmachen.


Um unsere Lieferanten noch besser bewerten, vergleichen und steuern zu können, haben wir im Jahr 2013 ein konzernweites Supplier-Scoring (Lieferanten-Bewertungsverfahren) eingeführt. Neben dem Preis werden hier ebenfalls zahlreiche andere Faktoren berücksichtigt, wie etwa die Qualität, die Kostentransparenz und die Logistikleistungen. Eine der vier Säulen des Scorings ist „Nachhaltigkeit“, bei der wir Zertifizierungen im Bereich Umwelt und Arbeits­sicherheit abfragen.

Ein zusätzliches Instrument, um Nachhaltigkeit im Einkauf zu verankern, war 2018 die Einführung eines neuen Ansatzes für die Warengruppenstrategien. In diese Strategie-Dokumente integrieren wir sogenannte Nachhaltigkeits-Steckbriefe, die analytisch den Stand zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette bewerten. So informieren die Steckbriefe zum einen über Umwelt- und Arbeitssicherheit sowie über Gesundheit-Zertifikate (ISO 14001 und OHSAS 18001 oder vergleichbare). Die Steckbriefe sind zudem im Einklang mit der Umweltstrategie der NORMA Group: Sie quantifizieren die Auswirkungen der jeweiligen Warengruppe auf Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch sowie den Recyclinganteil und zeigen den Warengruppenmanagern konkrete Verbesserungsmöglichkeiten auf. In den nächsten Jahren will die NORMA Group Nachhaltigkeitssteckbriefe für alle Warengruppenstrategien einführen.

Nachhaltigkeits-Self-Assessment für Lieferanten

2018 war das freiwillige Nachhaltigkeits-Self-Assessment erneut Teil unseres Supplier-Scorings. Dabei haben wir unsere Lieferanten nach detaillierten Informationen über soziale Gesichtspunkte (Vereinigungsfreiheit, Beschwerdemechanismen und Arbeitsunfälle), Umweltaspekte (einschließlich CO2-Emissionen, Wasserverbrauch und Abfallmanagement) sowie Compliance-Themen gefragt.

Die Evaluation des Self-Assessments hat ergeben, dass es von 24,1 % der im ​Scoring erfassten Lieferanten ausgefüllt wurde. Dies stellt eine Steigerung von rund 5,7 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr dar. In den kommenden Jahren soll die Teilnahme am Nachhaltigkeits-Self-Assessment weiter um jährlich mindestens 5 % gesteigert werden.

Konfliktmineralien möglichst aus Lieferkette ausschließen

In geringen Mengen bezieht die NORMA Group auch Bestandteile, welche die sogenannten „3TG-Rohstoffe“ Zinn, Tantal, Wolfram und Gold enthalten. Besondere Brisanz erhalten diese Rohstoffe dadurch, dass ein großer Teil der Erzvorkommen in Konfliktregionen (insbesondere der Demokratischen Republik Kongo) liegen, wo sie teilweise unter schweren Verletzungen des Völkerrechts abgebaut und gehandelt werden. In Bezug auf diese sogenannten Konfliktrohstoffe verfolgt die NORMA Group das Ziel, dass sie aus ihren Lieferketten möglichst ausgeschlossen werden. Die NORMA Group kauft diese Mineralien nicht direkt ein. Sie sind jedoch teilweise in Komponenten von Lieferanten enthalten. So werden etwa in unseren Urea-Leitungen kleine Mengen an Gold verwendet, einige Komponenten werden mit Zinn beschichtet.

Wir haben daher die „Conflict Minerals Roadmap“ ins Leben gerufen, die größtmögliche Transparenz innerhalb der Lieferantenbasis schaffen soll. Die NORMA Group bekennt sich zu den Prinzipien der Responsible Minerals Initiative, einschließlich der Nutzung der von der Initiative bereitgestellten Due-Diligence-­Prozesse. Die Prozesse basieren auf dem „Conflict Minerals Reporting Template“ (CMRT) der Responsible Minerals Initiative, das alle relevanten Lieferanten ausfüllen mussten. Das Management des CMRT ist vollständig in unsere gruppenweite E-Sourcing-Plattform integriert. Dies ermöglicht uns eine bessere Auswertung und Weiterverfolgung der Rückmeldungen unserer Lieferanten.

Außerdem haben wir die Einkäufer an allen Standorten hinsichtlich der Wichtigkeit des Themas Konfliktmineralien und der potenziellen Risiken von Materialien, die von möglicherweise involvierten Lieferanten kommen, geschult. Darüber hinaus stellen wir sicher, dass 100 % der betroffenen Lieferanten unseren Supplier Code of Conduct unterschrieben haben. Darin werden sie aufgefordert zu bestätigen, dass sie der Zusammenarbeit in Due-Diligence-Maßnahmen hinsichtlich Konfliktmineralien zustimmen.

Die Informationen, die wir erhalten, geben wir so transparent wie möglich an unsere Kunden weiter. Angesichts der Vielzahl der Produkte, der Zulieferer und Sub-Lieferanten ist es aber in der Regel nicht in einem vertretbaren Umfang möglich, konkrete tragfähige Aussagen darüber zu machen, aus welcher Schmelzerei beziehungsweise Mine die Rohstoffe für ein bestimmtes Produkt eines bestimmten Kunden stammen.